Ein Leben auf dem Lande

Ein Leben auf dem Lande

Leben auf dem Lande - im Straßenwärterhaus in Eschenau

Ein Hund kommt erst mit der Rente ins Haus, als es dann so weit war, hatte der Sohn, dem diese Vertröstung immer wieder zu Teil wurde, schon eher andere Interessen, etwa den umherschweifenden Anarchismus in Gostenhof.

Doch der Hund kam in Gestalt eines sich immer kräftiger entwickelnden Boxers aus der Boxernothilfe mit dem schönen Namen Sancho im Januar 2009, der bald schon auf den Hundewiesen des Nürnberger Westens den Beinamen, „der große Dominator" erhielt durch sein kämpferisches Wesen und den kaum bezähmbaren Hang, sich gegenüber anderen Rüden gleichen Kalibers durchzusetzen. So wichen Herrchen und Frauchen immer häufiger von den Hundewiesen an der Pegnitz oder am Marienberg in den Sebalder Reichswald aus, eine Rückkehr zur Natur und ein Wiedereintauchen in die Jahreszeiten, die wir Sancho verdanken.

Daraus entwickelte sich dann folgerichtig der Wunsch, doch gleich ganz hinaus aufs Land zu ziehen -möglichst mit Bahnanschluss, solange Eva noch in Schule geht. Unsere Suche folgte deshalb der „Gräfenbergbahn" und begann mit einem Künstlerhaus in Buchenbühl, führte über Heroldsberg und Kalchreuth um dann in Eschenau, fünf Minuten vom Bahnhof entfernt im Ortszentrum im "Ecksteinhaus", dem 1879 erbauten Häuslein des königlich-bayerischen Straßenwärters Eckstein der Staatsstraße nach Bayreuth zu enden. Den Ausschlag gaben letztlich die durch eine ausgebaute Scheune und die „Sommerküche" vergrößerte Wohnfläche und der große, schön ein gewilderte Garten, aber vor allem Sanchos Bedürfnis nach einsamen Waldwegen: Der Hund hat uns aufs Land gebracht.

Die Wohnung in der Bärenschanzstraße wurde verkauft, das Haus in Eckental-Eschenau energetisch saniert und am 1. Mai 2010 bezogen. Seither beschäftigen uns die schöne Gegend rund um den Hetzles und den Lindelberg, der natürliche und höchst fruchtbare Garten und die Winzigkeit mancher Räume bei der Vielzahl unserer Sammlungen und des Kruschtes, von dem wir uns nicht trennen können.

Leider starb unser Sancho im August 2011 ganz plötzlich auf unerklärliche Weise. Nach einer Trauerzeit kam Wanda, unser schönes Hundemädchen, eine Mischung aus dreiviertel Boxer und einem Viertel Dogge, in Haus, anfangs noch ganz ängstlich nach ihrer recht schrecklichen Vergangenheit, inzwischen aber schon ganz sicher geworden in ihrer neuen Umgebung, dem Garten, den sie als Schutzraum liebt, und den vielen Spaziergängen. Wanda gehört wegen ihrer Spielfreude mit allen Hunden aller Rassen und Größen inzwischen zu den beliebtesten Hunden in Eschenau, aber auch weil sie so hübsch ist. Sie ist schon viel bekannter als ihre Familie.